Abgasskandal - Wochenrückblick vom 26.3. – 1.4.2018


BMW wurden in den USA verklagt, VW verlängerte seine Umtauschprämie für alte Dieselfahrzeuge, BMW-Dieselfahrzeuge wurden zurückgerufen und VW mietet in den USA riesige Parkplätze für ausrangierte Dieselfahrzeuge.

BMW in den USA verklagt

In den USA haben zwei Anwaltskanzleien Sammelklagen gegen BMW wegen mutmaßlichen Betrugs bei Abgaswerten eingereicht. Die auf Sammelklagen spezialisierte Kanzlei Hagens Berman wirft BMW vor, bei zehntausenden Dieselfahrzeugen der Modelle X5 und 335d überhöhte Abgaswerte durch die Installation einer speziellen Software kaschiert zu haben. Die Emissionen der Stickoxide hätten bis um das 27-fache über den geltenden Grenzwerten gelegen. „Niemand hätte diese Autos gekauft, wenn BMW die Wahrheit erzählt hätte“, erklärte einer der Anwälte. Die eingereichten Klagen ähneln jenen, die im Dieselskandal in den USA gegen VW eingereicht worden waren.

VW verlängert Umtauschprämie für alte Diesel

Der VW-Konzern verlängert seine Umtauschprämie für Dieselfahrzeuge bis Ende Juni 2018, jedoch gilt dies nur noch beim Kauf eines Euro-6-Diesels. Nahezu acht Monate nach Einführung der Prämie seien mehr als 170.000 Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 1 bis Euro 4 aus dem Verkehr gezogen und verschrottet wurden, teilte VW mit. Wegen der starken Nachfrage hatte der Konzern den Bonus zuvor bereits bis Ende März verlängert. Bis jetzt hatte VW die Prämie aber auch beim Kauf von Benzinern oder Fahrzeugen mit alternativen Antreiben gewährt. Zudem sollen die Kunden mit Euro-6-Neuwagen von Anfang April an ein sogenanntes Mobilitätsversprechen erhalten. Sollte es zu Fahrverboten kommen, könnten die Kunden dieses Versprechen in Anspruch nehmen. Im Fall der Kernmarke VW Pkw bedeutet dies, dass vom 1. April an bis zum Jahresende 2018 beim Kauf eines Fahrzeugs mit Dieselmotor eine Garantie gewährt wird, die drei Jahre ab Kauf gilt und die Möglichkeit eines Fahrzeugtauschs bietet. Demnach soll der Händler in einem solchen Fall anbieten, den Wagen zum Zeitwert zurückzukaufen, sofern der Kunde dem Händler im Gegenzug einen Neu- oder Jahreswagen abnimmt, dem kein Fahrverbot droht. Daimler und BMW hatten Ihre Prämien zuvor bereits bis Ende Juni verlängert.

Rückruf von BMW-Dieselfahrzeugen

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat einen Rückruf von mehr als 11.000 BMW-Fahrzeugen angeordnet, damit unzulässige Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung entfernt werden. Der Rückruf betreffe Fahrzeuge der Typen 750 3.0 Diesel Euro 6 und M550 3.0 Diesel Euro 6, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Für diese zwischen 2012 und 2017 gebauten Fahrzeuge hatte BMW schon zuvor mitgeteilt, dass eine falsche Software aufgespielt worden sei. Die von BMW vorgelegte technische Änderung an den Fahrzeugen werde derzeit vom KBA geprüft, sie solle zeitnah freigegeben werden, erklärte das Ministerium.

VW mietet in den USA riesige Parkplätze für ausrangierte Dieselfahrzeuge

VW hat dutzende überdimensionale Parkplätze in den USA gemietet, um hunderttausende im Dieselskandal zurückgekaufte Fahrzeuge abzustellen. Rund 300.000 Fahrzeuge stehen auf 37 Plätzen, wie aus Gerichtsakten des für das Programm zuständigen unabhängigen Verwalters hervorgeht. Dazu gehören etwa ein ausrangiertes Football-Stadion in Detroit, eine ehemalige Papierfabrik in Minnesota und die kalifornische Wüste nahe dem Ort Victorville. Die Fahrzeuge würden zwischengelagert und regelmäßig gewartet, erklärte eine VW-Sprecherin. Sobald die US-Behörden den Veränderungen bei den Abgasvorrichtungen zustimmten, würden die Fahrzeuge verkauft oder exportiert. Bis Mitte Februar brachte VW den Akten zufolge mehr als 7,4 Milliarden Dollar für den Rückkauf von rund 350.000 Dieselfahrzeugen auf. Das Programm läuft noch bis Ende 2019.